Shinto
Posted on 30 August 2008

Shintoismus

Verständlicher Überblick über Japans erste Religion - Bericht
Der Großteil der Japaner bekennt sich gleichzeitig zu zwei Religionen: zum Buddhismus und zum Shintoismus. Prominenteste Ausnahme ist die kaiserliche Familie, die ausschließlich der shintoistischen Glaubensgemeinschaft angehört. Wer also das religiöse Wesen der Japaner besser begreifen will, der sollte neben diesem Buch gleich noch ein Buch über den Buddhismus lesen. Über den Shintoismus gibt Professor C. Scott Littleton in dem begrenzten Raum der 116 Seiten dieses gebundenen Buchs einen guten Überblick. Zahlreiche äußerst ästhetische Farbfotos runden den gelungenen Eindruck ab. Littleton bestätigt den ersten Eindruck, den der westliche Betrachter von den japanischen Religionen hat: die Grenze zwischen Buddhismus und Shintoismus ist nicht immer so leicht zu erkennen. Das liegt an der Eigenart der Japaner fremde Einflüsse begierig aufzunehmen und zu assimilieren. Und so ist dieses Buch auch in erheblichem Maße ein interessantes Buch über das Wesen der Japaner. Allgemein läßt sich sagen, daß der Shintoismus für das Diesseits Hilfe bietet und der Buddhismus stärker dem Jenseits zugewandt ist. Anders als die meisten anderen Weltreligionen bietet der Shintoismus keine konkrete Versprechung von einem Leben nach dem Tod an. Littleton behandelt kurz und sehr verständlich die heiligen Schriften, Orte und Personen, die Ursprünge, Feste, Rituale und ethischen Grundsätze dieser, in Japan entstandenen Religion. Und weil sie eben, im Gegensatz zum Buddhismus, etwas eigenständig Japanisches ist, war sie für die Nationalisten von besonderer Bedeutung. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg mußte der Tenno seiner Göttlichkeit entsagen. Der Shintoismus als Staatsreligion, als die er in der Meiji-Zeit eingeführt wurde, war beendet. Dieses Buch hilft dem westlichen Leser die Japaner ein wenig besser zu verstehen.